Volltext

(Artikel * 2002) El-Tayeb, Fatima
Fremd im eigenen Land Alternative Identitätsmodelle im deutschen HipHop
in iz3w Nr. 263 * Seite 28 - 30
Themen: Kulturen/Lebensweisen; Musik; Rassismus * BRD * HipHop * Dok-Nr: 146597
Musik und Politik

Fremd im eigenen Land
Alternative Identitätsmodelle im deutschen HipHop


»Border communities«, und »multikulturelle Subjekte« sind in, in den deutschen Medien ebenso wie im akademischen Diskurs. Insbesondere HipHop wird zunehmend als gelungenes Beispiel für »hybride Kulturen« gefeiert. Doch die konsumistische Aneignung des HipHop unterschlägt, dass dieser für die MigrantInnen der Zweiten Generation mehr ist als eine (sub)kulturelle Spielwiese. Vielmehr ist er Medium für widersprüchliche Prozesse von Subversion und Identitätsbildung.


von Fatima El-Tayeb

In den letzten zehn Jahren verlagerte sich in Deutschland die Diskussion vom problemorientierten Blick auf »Gastarbeiter« und »benachteiligte Jugendliche« hin zur zelebrierenden Präsentation hipper, hybrider, erfolgreicher junger Autoren, Regisseure oder RapperInnen. Zweifellos ist es ein Fortschritt, dass »Fremde« in Deutschland inzwischen auch als aktiv Handelnde und nicht mehr als bloße Objekte soziologischen Interesses wahrgenommen werden, und dass das »Hybride«, »zwischen den Kulturen Stehende« als Bereicherung in einer globalisierten Welt präsentiert wird .
Trotz der allgemeinen Begeisterung für »den Hybriden« herrscht jedoch merkwürdig wenig Interesse an ihm als realem Subjekt und an den sozialen und ökonomischen Konsequenzen der Globalisierung für MigrantInnen-Gemeinschaften und ethnische Minderheiten in Deutschland. Das jüngste Medieninteresse an der »Zweiten Generation« scheint eher auf erneute Objektifizierung hinzuweisen denn auf eine echte Auseinandersetzung mit den Lebensumständen dieser neu entdeckten Gruppe. Ein Desinteresse, das angesichts der zunehmenden rassistischen Gewalt besonders problematisch ist. Der deutschen Debatte um diese Gewalt gelang und gelingt es, die Beteiligung der (potenziellen) Opfer fast gänzlich zu vermeiden. In diesem weniger hippen Kontext verschwindet das hybride Subjekt sang- und klanglos.

Letzte Warnung
»In all den Jahren in denen wir Airplay verschwendet haben / Man könnte denken, wir Rapper hätten nichts zu sagen / Doch es rächt sich, ihr werdet sehen, es holt uns ein / Einigkeit macht stark ? Adriano starb allein«
Brothers Keepers, »Adriano (letzte Warnung)«, 2001
Das Band-Projekt Brothers Keepers erregte Aufsehen, als es die strikte Trennung zwischen kulturellem Hybrid-Hype auf der einen und politischer Ausgrenzung von Nicht-Mehrheitsdeutschen auf der anderen Seite durchbrach. Der im Jahr 2001 bis in die Charts gelangte Song »Adriano« thematisiert explizit rassistische Gewalt in Deutschland ? und zwar aus Sicht der Betroffenen. Das ist zwar nicht neu; HipHop-Bands wie Fresh Familee, Skills en Mass oder Afrob haben das schon vor Jahren getan. Neu ist aber, dass es den im Projekt Brothers Keepers zusammengeschlossenen Künstlern explizit darum ging, ihre Popularität bei den Musikfans zu nutzen, um in die politische Debatte einzugreifen (und zwar über die musikalische Ebene hinaus, s. Kasten). Neu ist auch, dass der Plan aufging: das Medienecho auf »Adriano« übertraf das übliche Interesse an politischem HipHop bei weitem.
Dieser relative Erfolg hat natürlich mit der Prominenz der Beteiligten (wie z.B. Xavier Naidoo) zu tun und mit dem Mainstream-Erfolg von HipHop. Er spiegelt aber auch die Tatsache, dass Deutschland sich in den letzten Jahren ? wenn auch zögernd ? von einer mono-ethnischen Nicht-Einwanderungs-Identität verabschiedet. Die Einführung von ius soli-Elementen in das Staatsbürgerschaftsrecht und der Versuch, Migration gesetzlich zu regeln, zeigen, dass eine Trennung von Nationalität und Ethnizität im deutschen Identitätskonzept möglich ist. Doch bis dahin ist es trotz erster Erfolge noch ein weiter Weg. Die nicht erst in den 50ern beginnende Migrations-Tradition wird nach wie vor nicht als Teil der deutschen Geschichte begriffen. Stattdessen existieren der dominante Diskurs von Deutschland als einem traditionellen »Nicht-Einwanderungsland« und die oft verschütteten Gegendiskurse einer tatsächlichen Diversität weiterhin spannungsreich nebeneinander. Trotz kulturalistischem Hybrid-Hype wird weiterhin eine »Innen-Außen«-Perspektive konstruiert, die Gemeinsamkeiten nicht zulässt.
Traditionell beinhaltet dieses polarisierende Modell auch die Etablierung geographischer Gegensätze: dort das als Problemgebiet wahrgenommene migrantische Arbeiterviertel, hier mehrheitsdeutsche, stabile, aber zunehmend um die »innere Sicherheit« fürchtende Mittelstandsviertel. In den postindustriellen urbanen Zentren der kriselnden new economy wird die Künstlichkeit dieser Abgrenzung jedoch zunehmend deutlich. Im Hamburger Schanzenviertel etwa, einem Zentrum der deutschen HipHop-Szene, koexistieren Werbefirmen, Yuppies, radikaler linker Widerstand, Multikulti-Schick, erfolgreiche migrantische Kleinunternehmer, ethnische Selbstorganisation, offene Drogenszene und eine rassistische Behördenpolitik gegen pauschal als Drogendealer eingestufte »Schwarzafrikaner«. Wird das Viertel über seine Grenzen hinaus wahrgenommen, ist es jedoch die alte Polarisierung, die das Zusammenleben zu charakterisieren scheint:
Die nicht-mehrheitsdeutschen Bevölkerungsgruppen im Schanzenviertel werden als Außenseiter und Eindringlinge präsentiert, die die deutsche Normalität aus dem Gleichgewicht bringen. Der scheinbar kausale Zusammenhang von »Problemgebiet« und ethnischer Andersartigkeit bleibt bestehen.

Urbane Gegendiskurse
»Ist es so ungewöhnlich, wenn ein Afro-Deutscher seine Sprache spricht / und nicht so blass ist im Gesicht? / Das Problem sind die Ideen im System: / ein echter Deutscher muss auch richtig deutsch aussehen, / blaue Augen, blondes Haar keine Gefahr (...) / Ignorantes Geschwätz, ohne End / dumme Sprüche, die man bereits alle kennt / »Eh, bist du Amerikaner oder kommste aus Afrika?«
Advanced Chemistry, »Fremd im eigenen Land«, 1992
In Gebieten wie dem Schanzenviertel, in denen zahlreiche Menschen leben, die zwar ihr ganzes oder den überwiegenden Teil ihres Lebens in Deutschland verbracht haben, aber dennoch nicht weiß, deutsch und christlich sind (wenn auch vielleicht manches davon), konnte sich im letzten Jahrzehnt ein Gegendiskurs entwickeln, der um eine Diaspora-Identität kreist, die zwar den Rückbezug auf die Herkunftsländer (der Vorfahren) und andere diaspora communities beinhaltet, sich aber nicht mit ihnen gleichsetzt. Statt dessen wird ein alternatives Modell nationaler Identität entwickelt. Es schließt die ca. 500.000 schwarzen Deutschen, die rund eine Million in Deutschland geborenen »TürkInnen« oder die 70.000 deutschen Sinti ein (um nur einige derjenigen zu nennen, die nicht mitgedacht werden, wenn von »deutsch« die Rede ist).
In diesem »Gegendiskurs« geht es nicht um den Versuch von Einzelnen oder Organisationen, in den dominanten deutschen Diskurs zu intervenieren und sich seinen Mechanismen anzupassen, sondern um die eigenständige Positionierung marginalisierter Gruppen. Sie basiert auf der Situation in der Bundesrepublik, hat aber internationale Bezugspunkte. Unter diesen wiederum nimmt die HipHop-Kultur eine zentrale Position ein. Die »Erste Generation« von jugendlichen MigrantInnen hatte sich noch meist entlang ethnischer Grenzen in »traditionellen« politischen Strukturen organisiert. Gewerkschaften spielten aufgrund der Beschäftigungsstruktur eine wichtige Rolle, ebenso (feministische) Stadtteilarbeit. Die Zweite Generation, die nicht auf das »Herkunfts«- und potenzielle »Rückkehrland«, sondern auf die bundesrepublikanische Gegenwart orientiert ist, aber »fremd im eigenen Land« bleibt, hat eine deutliche Affinität zu HipHop. Denn er ist zum einen direktes Produkt der urbanen Situation, in der die Zweite Generation meist lebt, zum anderen spielt er eine dominante Rolle innerhalb der internationalen Jugendkultur, als deren Teil sie sich begreift.
Gruppen wie die afro-italo-deutschen Advanced Chemistry ? sie sind Pioniere nicht nur des deutschsprachigen HipHop, sondern mit »Fremd im eigenen Land« von 1992 auch des hier beschriebenen Gegendiskurses ? beziehen sich auf das synkretische, Grenzen überschreitende Potenzial des HipHop. Aufbauend auf der afro-amerikanischen Widerstandstradition ist HipHop ein Produkt der Interaktion verschiedener communities of color und eine kreative Reaktion auf die Subproletarisierung der nicht-weißen, innerstädtischen Bevölkerung. Nun zeigt sich zwar in der Geschichte der Popularisierung afro-amerikanischer Musik, dass die Aneignung eines Musikstils keine Identifizierung mit seinen ursprünglichen Inhalten verlangt. Die Möglichkeiten, die HipHop in Deutschland bietet, liegen jedoch auf der Hand: er ist eine ideale Plattform für die aus dem dominanten gesellschaftlichen Diskurs ausgeschlossene Nicht-Mehrheitsbevölkerung und schafft so ein Bewusstsein der gemeinsamen Lage. HipHop ist ein ideales Medium, um diese meta-ethnische Identität zu formulieren und dialogisch zu problematisieren.
Advanced Chemistry beziehen sich im Covertext ihrer zweiten Single, »Welcher Pfad führt zur Geschichte« (1993) explizit auf diese urbane Diaspora-Tradition und versuchen gleichzeitig, bisher noch nicht als Gemeinschaft gedachte Gruppen in Deutschland in diese Tradition einzuschließen: »Jeder Aktivist und jede Aktivistin der heutigen HipHop-Szene, ob in Bremerhaven oder Brooklyn, steht in der Tradition der Zulu Nation, ganz gleich ob er oder sie es anerkennt oder nicht... In New York waren die Innovatoren dieser Kultur überwiegend AfroamerikanerInnen, JamaikanerInnen, HaitianerInnen, PuertorikanerInnen... Es ist kein Zufall, daß sich auch in Deutschland wegen des rebellischen Inhalts dieser Kultur gerade viele schwarze Deutsche, TürkInnen und KurdInnen, JugoslawInnen, Roma und Sinti... angesprochen fühlen und HipHop praktizieren... Die Message sollte klar sein: Wir gehen unseren eigenen Pfad!«

Reduziert auf Soul Rebels
Dass die Eigendefinition der Objekte des Multikulturalismus bei ihren mehrheitsdeutschen Fürsprechern nicht unbedingt auf Begeisterung stößt, bekamen auch Advanced Chemistry zu spüren, nachdem sie »Fremd im eigenen Land« veröffentlicht hatten: »Das Verrückte ist, daß wir natürlich einerseits von Leuten, die ideologisch entgegengesetzt, also rechts sind oder konservativ, angegriffen werden. Daß das denen natürlich nicht ins Bild paßt, wenn ein Schwarzer seinen grünen Paß in die Kamera hält und dann offensiv sagt, daß er Deutscher ist. Andererseits aber, und das ist das Verrückte daran: Leute, die sich für sehr links halten, glauben, daß wir uns dadurch distanzieren wollen von solchen Minderheiten in Deutschland, die keinen grünen Pass haben.«
Herablassende Reaktionen auf politische Rapper als »karitative Hip-Hop-Kollektiv[e]« (Musik Express) sind nach wie vor an der Tagesordnung. Zum Teil kommt hier ein für die mehrheitsdeutsche Linke typisches Abgrenzen von Territorien zum Ausdruck, nach dem Motto: »Ihr könnt die Soul Rebels sein, aber die politische Analyse überlaßt uns.« Letztendlich geht es aber auch darum, am tradierten Diskurs einer homogenen deutschen Identität festzuhalten, der die ebenso homogenen »Ausländer« gegenübergestellt werden. Das gleichzeitige Vorhandensein von Kennzeichen des »Deutschen« und des »Fremden« ist inakzeptabel und muss daher diskursiv negiert werden, indem die durch diese künstliche Trennung hervorgerufenen Spannungen aus der Mitte der Gesellschaft auf diejenigen projiziert werden, die das Bild stören. Die Brüche bleiben bestehen, sollen aber gefälligst von den Betroffenen selbst gekittet werden: indem sie ihre »Fremdheit« assimilieren, sie als unabänderlich akzeptieren, den hippen Hybriden spielen, kurz, indem sie eingestehen, dass sie ein ungekanntes, unerklärtes und unmögliches Phänomen darstellen.
Diese Kategorisierung erlaubt das Fortbestehen illusorischer Konzepte von unambivalenten, reinen und statischen nationalen Identitäten. Dennoch wird das diskursive Niemandsland zwischen den Grenzen seit Jahrzehnten von Menschen bewohnt, die sich zwischen sich angeblich ausschließenden Identitätskonzepten bewegen und eine Tradition schaffen, die zwar marginal, aber keineswegs unsichtbar ist. Ein notwendiger erster Schritt zur Etablierung eines einschließenden Modells nationaler Identität ist daher die Wiederentdeckung dieser Geschichte ethnischer Diversität.
Spätestens seit den Brothers Keepers zeigt sich, dass HipHop nicht nur das Potenzial hat, diejenigen zu mobilisieren, über die zwar viel geredet wird, denen man aber nicht zuhört, sondern auch dieses Zuhören von Seiten der Mehrheit zu erzwingen. Dieser Erfolg ist nicht zu unterschätzen. Nicht nur, weil Minderheiten nicht mehr problemlos aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen und in die Rolle des stummen Objekts (als Sündenbock oder Opfer) gedrängt werden können, sondern gerade auch, weil HipHop einen Dialog von Minderheiten ermöglichen kann, ohne dass der kontrollierende Umweg über Mehrheitsdeutsche in Kauf genommen werden muss. In diesem Dialog liegt die erfolgversprechendste Möglichkeit, sich gegen den Aufschwung rechtsextremer, rassistischer, antisemitischer, anti-islamischer und xenophober Kräfte zur Wehr zu setzen. Eine derartige Koalition bietet auch die Möglichkeit, aus einer Position der Stärke heraus Bündnisse mit anderen, auch mehrheitsdeutschen Gruppen einzugehen.

Stereo-Typen
Der Erfolg birgt aber auch Gefahren. Die postmoderne Entertainmentkultur bedient sich exzessiv bei Subkulturen, die zum Inbegriff von Coolness geworden sind. Diese Pseudo-Offenheit führt jedoch nicht zu einer Dezentralisierung von Macht, stattdessen bestätigt sich der Mainstream wieder als Maß aller Dinge. Subversives Potenzial wird so zur Verkaufsstrategie domestiziert. Auch wenn VertreterInnen von Minderheiten in Deutschland erstmals massiv in der Mainstreamkultur präsent sind und die Chance haben, Inhalte selbst zu bestimmen, beschränkt sich ihre Präsenz noch weitgehend auf den Entertainmentbereich. In ihm sind Minderheiten traditionell zu einer Gratwanderung zwischen Reduzierung auf systemerhaltende Stereotypen und einziger Repräsentationsmöglichkeit gezwungen.
»Scheiß auf die Galeere ? ab jetzt mach ich Karriere! / mach den Carl Lewis Läufer, den Eddy Murphy Imitierer / mime den Drogendealer, spiele den Basketball- und Footballspieler (...) / Der Positivrassismusmeister nutzt Klischees zu seinem Vorteil, macht sie zu seinem Style.«
Tyron Ricketts, »Afro-deutsch«
Gefährlich wird es, wenn die Klischees nicht mehr benutzt, sondern geglaubt werden: etwa wenn afro-deutsche Mittelklasse-Rapper die »dickhosige, posige Dickeier Macho-Nummer« (so die Rapperin Nina) verinnerlichen, die (von) ihnen als authentische schwarze Ghettokultur verkauft wird. Dies bedeutet nicht nur Verrat an der Tradition des afro-deutschen Widerstands, der in den letzten zwanzig Jahren zu einem großen Teil von denjenigen getragen wurde, die im HipHop gern als »schwule Mädchen« beschimpft werden.1 Es heißt auch, sich an der Instrumentalisierung von Minderheiten zu beteiligen, denen bestimmte reaktionäre Strukturen unterstellt werden, die dann als »authentisch« (und nicht etwa als Teil eines allgemeinen konservativen Backlash) definiert werden, was wiederum ihren Ausschluss aus dem aufgeklärten, westlichen Diskurs rechtfertigt.
HipHopper haben sich eine exponierte Position erkämpft, die eine Chance für die gesamte community of color bietet. Es ist zu hoffen, dass sie diese nicht vertun, indem sie konservative Positionen einnehmen, die jene subversive Tradition verleugnen, aus der sie kommen, und damit letztlich Mainstreaminteressen dienen. Trotz aller problematischen Strukturen, die typisch sind für männlich geprägte Jugendkulturen (vor allem exzessiver verbaler Sexismus und Homophobie), und die noch problematischer werden, wenn sie in politischen Aktivismus einfließen, bleibt HipHop aber die momentan wichtigste Artikulationsform »ethnischer Außenseiter«. Er ist bislang der einzige Bereich, in dem die Essentialisierung, Ethnisierung und Ghettoisierung Nicht-Mehrheitsdeutscher im öffentlichen Diskurs durchbrochen wird. Er bringt eine dezidiert eigene Position ein, die die gängigen Definitionen von »Deutschen« und »Ausländern« nachhaltig durcheinander wirbelt.


Anmerkungen:
1 Über diese Schulhof-Coolness im HipHop, die »Mädchen« und »schwul« als Synonym für alles benutzt, was nicht den eigenen Vorstellungen von abgeklärter Männlichkeit entspricht, machen sich die Hamburger »Fettes Brot« in ihrem Song »Schwule Mädchen« lustig. Das verweist auf ein zentrales Element des HipHop: die explizite Intertextualität, in der nicht nur die Musik anderer KünstlerInnen gesampelt, sondern sich auch verbal positiv wie negativ aufeinander bezogen wird. Meist sind die ausgetragenen Konflikte nicht unbedingt ideologischer Natur, gerade zu Sexismus und Homophobie findet aber in letzter Zeit eine vermehrte Auseinandersetzung statt. Siehe neben »Schwule Mädchen« auch »Doppel X Chromosom« von Nina (Nikita, 2001).


Fatima El-Tayeb lebt in Hamburg und in den USA.